Osteopathie bei Brillenträgern

Druck und Torsionen im Kopf und Gesichtsschädel im Mutterleib oder bei Entbindung können auch zu Dysbalancen in Sklera (Äußere Augenhaut) und Augenmuskulatur führen. Die Augensklera ist sozusagen die Verlängerung von Membranen innerhalb des Schädels. Das Spannungsmuster dieser Membranen überträgt sich somit auf die Augen in Form von funktionellen Sehstörungen. Das Kind schielt, sieht schlecht, hat als Folge eine schlechte Haltung oder leidet an Kopfschmerzen.

Kleinkinder besitzen durch unbewusste Fehlanspannung der Augenmuskulatur eine hohe Kompensationsfähigkeit. Hierdurch können solche Probleme unter Umständen lange Zeit verschleiert und somit erst später erkannt werden, meist im Schulalter durch die erhöhte Augenbelastung beim Lesen.

Die Augengröße entwickelt sich in der Zeit vom 8. bis zum 14. Lebensjahr im Kontext mit der Entwicklung des Gesichtsschädels bzw. dem Zahnwechsel. Bis zu diesem Zeitpunkt, je früher, desto besser, hat man die Chance, durch osteopathische Behandlung eine Entspannnung von Membranen und Gesichtschädel  zu erreichen und somit Einfluss auf die Augenentwicklung zu nehmen. Danach wird die Sklera fest und damit nicht mehr funktional korrigierbar. Deshalb empfiehlt sich bei kindlichen Sehstörungen osteopathische Abklärung zum Zwecke der Differentialdiagnose zwischen funktionaler und angeborener Fehlsichtigkeit.